Stand: 7. Oktober 2026
Seit dem Sommer liest man es überall: Elterngeld soll es nur noch zwölf Monate geben. Wer gerade schwanger ist oder ein Baby plant, bekommt da schnell einen Schreck. Deshalb das Wichtigste zuerst: Beschlossen ist bisher nichts. Und für alle Kinder, die vor November 2027 zur Welt kommen, soll sich ohnehin nichts ändern.
Die Kurzfassung
- Es gibt einen Entwurf aus dem Familienministerium, aber noch kein Gesetz.
- Die neuen Regeln sollen erst für Geburten ab dem 1. November 2027 gelten.
- Wer jetzt schwanger ist, plant nach den heutigen Regeln.
- Ende September wurde bekannt, dass die Kürzung auf zwölf Monate noch einmal geprüft wird.
Was heute gilt
Paare bekommen zusammen bis zu 14 Monate Basiselterngeld, ein Elternteil allein höchstens zwölf. Gezahlt werden in der Regel 65 Prozent des Nettoeinkommens vor der Geburt, mindestens 300 und höchstens 1.800 Euro im Monat. Wer länger zu Hause bleiben möchte, wählt Elterngeld Plus: halber Betrag, doppelt so lange.
Was im Entwurf steht
| Heute | Geplant für Geburten ab November 2027 | |
|---|---|---|
| Basiselterngeld für Paare | bis zu 14 Monate | bis zu 12 Monate |
| Ein Elternteil allein | bis zu 12 Monate | bis zu 9 Monate |
| Monate für den zweiten Elternteil | mindestens 2 | mindestens 3 |
| Alleinerziehende | bis zu 14 Monate | bis zu 12 Monate |
| Mindestbetrag im Monat | 300 Euro | 330 Euro |
| Höchstbetrag im Monat | 1.800 Euro | 1.900 Euro |
| Partnerschaftsbonus | bis zu 4 Extra-Monate Elterngeld Plus | soll entfallen |
| Einkommen, das zählt (Angestellte) | die 12 Monate vor der Geburt | das Kalenderjahr vor der Geburt |
Elterngeld Plus soll bleiben. Aus jedem Monat Basiselterngeld können weiterhin zwei Monate Elterngeld Plus werden. Eine ausführliche Erklärung aller Punkte findest du bei der Stiftung Warentest.
Was das im Alltag bedeuten würde
Heute teilen viele Paare so auf: Ein Elternteil bleibt zwölf Monate zu Hause, der andere nimmt zwei. Nach dem Entwurf wären es höchstens neun und drei. Wer das erste Jahr trotzdem ganz zu Hause verbringen will, müsste einen Teil der Zeit auf Elterngeld Plus umstellen und hätte in diesen Monaten weniger Geld.
Genau das ist der Punkt, der viele Eltern ärgert. Einen Krippenplatz gibt es vielerorts erst ab dem ersten Geburtstag, und oft nicht einmal dann.
Was noch offen ist
Der Entwurf wird noch verhandelt. Ende September hat Familienministerin Karin Prien dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt, sie sei offen dafür, die Elterngeldmonate doch nicht von 14 auf zwölf zu kürzen. Auch die Aufteilung zwischen den Eltern könne sich noch ändern, auf ein Modell habe sich die Koalition noch nicht festgelegt. Danach müsste der Bundestag zustimmen. Die Zahlen in der Tabelle können sich also noch ändern. Wir passen diesen Beitrag an, sobald es einen Beschluss gibt.
Was du jetzt tun kannst
- Plane nach dem, was gilt. Kommt dein Kind vor dem 1. November 2027 zur Welt, bleibt für dich alles beim Alten.
- Stelle den Antrag zügig nach der Geburt. Elterngeld wird rückwirkend nur für drei Lebensmonate gezahlt.
- Lass dich beraten, wenn es kompliziert wird. Die Elterngeldstelle in deinem Wohnort hilft kostenlos.
- Triff keine Entscheidung allein wegen einer Schlagzeile. Ein Entwurf ist kein Gesetz.
Schon beschlossen: Kindergeld ohne Antrag
Eine Neuerung ist dagegen sicher. Der Bundesrat hat am 25. September 2026 dem Gesetz zum antragslosen Kindergeld zugestimmt, es tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Das Kindergeld soll dann im Regelfall automatisch aufs Konto kommen, sobald das Kind seine Steuer-ID hat. Eingeführt wird das im Laufe des Jahres 2027 in zwei Schritten: zuerst für Familien, die schon ein Kind haben, danach auch für das erste Kind. Die Details stehen beim Bundesrat.
Egal, wie viele Monate es werden
Über die Dauer des Elterngelds entscheidet die Politik. Wie schnell das erste Jahr vergeht, merkst du selbst. Wenn du diese Zeit festhalten möchtest, findest du in unserem Beitrag zu den Meilensteinen im ersten Jahr einen Überblick, was dich Monat für Monat erwartet. Und im Babyalbum ist Platz für alles, was du nicht vergessen willst.
Kurz zusammengefasst
- Geplant sind zwölf statt 14 Monate Basiselterngeld und etwas höhere Beträge.
- Gelten würde das erst für Kinder, die ab dem 1. November 2027 geboren werden.
- Der Entwurf ist nicht beschlossen und wird gerade neu verhandelt.
- Für alle, die jetzt schwanger sind, gelten die heutigen Regeln.
- Sicher ist nur das Kindergeld ohne Antrag ab 2027.
Dieser Beitrag ersetzt keine Beratung. Verbindliche Auskünfte gibt dir deine Elterngeldstelle.









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